Wiederholt Reh von wildernden Hund gerissen

 

 

Der Revierpächter des Jagdreviers Unterpeiching Hans Braun hat Anzeige gegen Unbekannt wegen des Verstoßes gegen das Tierschutz- und Jagdgesetz gestellt. Hintergrund ist die Hetze und Tötung eines Rehbockes durch einen freilaufenden Hund.

Hunde außerhalb des Einflussbereiches ihres Halters gefährden Wildtiere

 

Jäger engagieren sich für Hege, Naturschutz und Einhaltung der behördlichen Vorgaben. Dafür zahlen sie Jagdpacht und haften darüberhinaus für eventuelle Wildschäden.

Zunehmend beeinträchtigen freilaufende Hunde, die sich weit aus dem Einflussbereich des Hundehalter entfernen, erkennbar dem Wild nachstellen und dem Wild auf Grund ihrer körperlichen Konstitution gefährlich werden können, die Wildbestände in dem Jagdrevier.

 

Die Verletzungen des Wildkörpers weisen auf Bissspuren durch einen oder mehrere Hunde hin.

Immer wieder kommt es in dieser Gegend zu Übergriffen auf Wild durch nicht angeleinte Hunde. Im Fokus steht ein größerer schwarzer Hund, der schon öfter gesehen wurde. Die örtlichen Jäger sind aber der Ansicht, dass es sich in diesem konkreten Fall nicht um die Beute eines einzelnen jagenden Hundes handelt. „Dem Revierpächter geht es dabei nicht um den entgangenen Erlös aus dem Wildbretverkauf bzw. um den materiellen Schaden, vielmehr ist es eine wichtige Aufgabe der Jäger als „Anwalt der Wildtiere“ für deren Schutz zu sorgen.“

 

"Auch im Altlandkreis häufen sich die Vorfälle" weiß Jägervorstand Albert Reiner zu berichten, "immer wieder kommt es zu Angriffen mit tödlichen Folgen“. Viele Revierinhaber im Altlandkreis beschweren sich bei ihren Hegeringleitern immer wieder über freilaufende bzw. streunende Hunde. Dies wesentlich mehr als in früheren Jahren.

 

Das ganze Thema hat durchaus eine größere Tragweite als es auf den ersten Blick vermuten lässt. So ist in Revieren mit entsprechendem Freizeitdruck - und hierzu gehören auch nicht angeleinte Hunde - feststellbar, dass das Rehwild nur sehr spät seinen Einstand verlässt, sich sehr nervös verhält, immer wieder nach allen Seiten sichert und dadurch auch im Wald der Verbiss durch diese Stresssituation steigt.

Der Jagdverband Donauwörth appelliert eindringlich an alle Hundehalter, in freier Wildbahn auf ihre Tiere zu achten: „Hier ist jeder einzelne gefragt Verantwortung zu zeigen“, sagt Robert Oberfrank, Jägervorsitzender im Altlandkreis. So sollten Besitzer ihre Hunde insbesondere in Waldgebieten an die Leine nehmen und auf den Wegen bleiben. Man wolle nicht grundsätzlich „den Zeigefinger heben“ – denn Hunde brauchen ihren Auslauf und ein Großteil der Halter verhalte sich korrekt, sagt Oberfrank. Und schließlich haben wir nicht wenig Verständnis für die Hunde - denn wir haben ja schließlich selbst welche. Viele Jäger stoßen aber auch immer wieder auf großes Unverständnis bzw. Ignoranz, wenn Sie Hundehalter auffordern, "doch bitte ihren Vierbeiner anzuleinen". "Mein Hund folgt"- ist oftmals die Aussage, die von den Jägern berechtigter Weise angezweifelt wird. Wird vor dem Hund ein Reh oder Hase "hoch", zeigt sich oft, dass der "Appell" des Hundes bei weitem nicht dem entspricht, wie ein sogenanntes "Folgen des Hundes" zu interpretieren wäre. Von den Revierinhabern angebrachte Hinweisschilder wurden in der letzten Zeit mehrmals mutwillig entfernt.

 
Wer dabei erwischt wird, wie sein Hund wildert, muss mit empfindlichen Strafen (Verstoß gegen das Bayerische Jagdgesetz und gegen das Tierschutzgesetz - Geldbuße bis zu 5000 Euro) rechnen.


Die Kommunalpolitik ist gefordert


Aber auch die Kommunalpolitik ist gefordert im Hinblick auf freilaufende Hunde sensibler zu reagieren und immer wieder zum Anleinen, zumindest in Waldgebieten, aufzufordern. Am liebsten wäre den Jägern eine Anleinpflicht im Wald, wie es auch von anderen bayerischen Gemeinden praktiziert wird. Was viele nicht wissen: Aufgrund § 23 des Bundesjagdgesetzes sind die Jäger verpflichtet, das Wild vor wildernden Hunden zu schützen. Dem Artikel 42 des Bayerischen Jagdgesetz ist folgendes zu entnehmen: "Die zur Ausübung des Jagdschutzes berechtigten Personen sind befugt, wildernde Hunde zu töten. Hunde gelten als wildernd, wenn sie im Jagdrevier erkennbar dem Wild nachstellen und dieses gefährden können."


Eindringlicher Appell an die Jäger - aber auch an die Hundebesitzer


Unabhängig davon, ob eine Tötung eines wildernden Hundes rechtlich zulässig wäre, lautet der Appell der beiden Jägervorstände an die Jäger, doch bitte immer auf einen Abschuss zu verzichten und trotz allen Ärgernissen und Unverständnis, den Verantwortlichen der Hunde ausfindig zu machen und entsprechend Anzeige zu erstatten. Auch hat die Erfahrung gezeigt, dass so mancher Hundebesitzer durch Gespräche sensibilisiert werden kann. Insgesamt gesehen ist aber festzuhalten: "Leinen Sie Ihren Hund an - so haben wir keine Probleme" so kurz und knapp der Jägervorsitzende Robert Oberfrank.

 

 

R.O.