Wo gibt’s die meisten Osterhasen?

 

 

„Wer echte Osterhasen sehen will, muss früh aufstehen“ wissen die Vorsitzenden des Jagdverbandes Donauwörth, Albert Reiner und Robert Oberfrank aus eigener Erfahrung. „Kurz nach Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang sind die Feldhasen am aktivsten. Deshalb fahren jetzt im Frühjahr bei Dunkelheit die Jäger im Landkreis Donau-Ries mit großen Scheinwerfern durch die Flur. Sie zählen die Hasen in ihrem Revier.“ Die aufgenommenen Zahlen werden dann dem Bayerischen Jagdverband gemeldet und dort ausgewertet.

 

Wissen, wo der Hase läuft

Rund 27 Feldhasen pro Quadratkilometer besiedeln im Durchschnitt Felder und Wiesen in Bayern, das hat die letzte Hasenzählung im Herbst 2018  ergeben. Bundesweit sind es mit 11 Hasen pro Quadratkilometer deutlich weniger. Die meisten Langohren haben die bayerischen Jäger in Unterfranken und in Niederbayern aufgespürt. „Bei uns ist der Hasenbesatz sehr unterschiedlich“ weiß Albert Reiner. Es gibt Reviere mit bis zu 35 Hasen pro Quadratkilometer im Revier und dann wieder Reviere die auf der gleichen Fläche lediglich einen  Bestand von 3 - 10 Hasen aufweisen.

 

 

Ein gutes Jahr für Mümmelmänner

2018 hat die Zahl der Hasen im Laufe des Jahres um 11 Prozent zugenommen. Das zeigt der Vergleich der Zählergebnisse vom Frühjahr und vom Herbst. Ein wichtiger Grund für den Zuwachs: das herrliche Sommerwetter. Vor allem ein trockenes, warmes Frühjahr sorgt dafür, dass viele kleine Hasen überleben. Anhaltende Nässeperioden dagegen bedeuten für die Junghasen den sicheren Tod.

 

 

Intakter Lebensraum, wenig Fressfeine

„Entscheidend für die Zahl der Hasen in Feld und Flur ist neben dem Klima insbesondere die Beschaffenheit des Lebensraumes. Hasen brauchen Hecken und Feldraine, Böschungen und Graswege.“ Berichtet Jägervorsitzender Robert Oberfrank.  Nur dort finden sie in der intensiv genutzten Agrarlandschaft die Kräuter aus der so genannten Hasenapotheke. Das ist eine vielfältige Kräutermischung mit Kamille, Kümmel oder  Salbei. Nahrhafte Wildkräuter halten die Hasen gesund und sorgen dafür, dass die Junghasen schnell aus dem Gröbsten rauswachsen. Dies wird vom Jäger bzw. Landwirt durch die Aussaat einer speziell vom Bayerischen Jagdverband entwickelten „Hasenmischung“ unterstützt.

 

 

Hoffentlich kein Feind in Sicht

Der Feldhase steht auf dem Speiseplan von vielen Fressfeinden. Nicht nur der Fuchs hat den Hasen zum Fressen gern, auch Marder und Wiesel, der Habicht und die Rabenkrähe, Hunde und Katzen. Eine Häsin bekommt drei bis vier mal im Jahr zwei bis vier Junge. Zur Zeit ist „Hasenhochzeit“ angesagt. Dabei kann man mit ein bisschen Glück beobachten, wie sich Häsinnen und Rammler zur sogenannten „Hasenhochzeit“ treffen. Allerdings ist das mit der Partnerwahl gar nicht so einfach. Bevor die Häsin nämlich entscheidet, mit wem sie sich paart, muss sie von den potenziellen Vätern erst mal durch Kämpfe und Verfolgungsjagden überzeugt werden.

 

 

Osterhasenspaziergang

Die guten Ergebnisse aus der Hasenzählung lassen hoffen, dass die Kinder beim Osterspaziergang wieder einmal echte Osterhasen sehen.

 

 

R.O.