Team Zukunft BJV

ÖJV „Verzehr von Wildfleisch hilft dem Wald“

 

 

 


Liebe bayerische Jägerinnen und Jäger,
liebe Jagdkameradinnen und Jagdkameraden,


die Mitglieder des ÖJV scheuen sich nicht, unser Schalenwild als Verursacher für den nicht funktionierenden Waldumbau zu stigmatisieren.
 
Hierbei wird sogar der jagdlich nicht gebildete Bürger benutzt, um Stimmung gegen das Wild zu machen.
 
Im Münchner Merkur war am 23.05.2020 erneut einer dieser tragischen Artikel platziert, um Stimmung gegen das Wild und dabei gleichzeitig Werbung für massives Töten von Schalenwild zu machen.
 
Ich habe deshalb unten stehenden Leserbrief mit der Bitte um Abdruck an die Redaktion des Münchner Merkurs geschrieben.  
 
Wir müssen aufstehen und diese Versuche der Stigmatisierung unseres Schalenwildes bekämpfen. Das geht nur gemeinsam und als starkes Team .
 
Mit freundlichen Grüßen & einem kräftigen Waidmannsheil
 
Euer Robert Pollner
 
Mitglied im  Team Zukunft BJV

 


 
Leserbrief 
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Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,
 
In der Ausgabe vom Münchner Merkur vom 23.05.2020 wurde ein Bericht über Regionale Spezialitäten mit der Überschrift - Verzehr von Wildfleisch hilft dem Wald - abgedruckt, den ich nicht unkommentiert stehen lassen kann.
 
Herr Kornder vom ÖJV stellt dabei die These auf, dass das Rehwild an seinen Lebensraum Wald angepasst werden muss.
 
Allein diese Aussage zeugt davon, dass sich Herr Kornder mit der Verhaltensweise des Rehwilds in keinster Weise auseinandergesetzt hat. Rehwild hat seinen Einstand sowohl auf Feldern und Wiesen als auch im Wald.
 
Herr Kornder will suggerieren, dass das Rehwild allein im Wald lebt und somit aufgrund seines Lebensraums verantwortlich ist für die Schädigung des Waldes beziehungsweise für den Rückgang des Besatzes im Wald.
 
Unabhängig davon sprechen wir von Wildtieren und Herr Kornder nimmt sich das Recht, das Schalenwild seinen Vorstellungen entsprechend anzupassen.
 
Wer hat ihn legitimiert, solche Dinge vorzunehmen?
 
Es ist wieder ein Versuch, der Bevölkerung falsche Informationen zu vermitteln und ein weiterer Versuch, die Ideologie von der zerstörerischen Gewalt des Schalenwildes zu verbreiten.
 
Jagd dient der Aufgabe, einen gesunden Wildbestand in unserer Natur zu erhalten und den Zuwachs des Wildes so zu entnehmen, dass in unserer Natur ein ausgewogenes Verhältnis aller Tiere und Pflanzen besteht. Allein zu behaupten, dass Rehe die jungen Bäume auffressen, zeugt entweder vom Unverstand der Autoren oder vom Willen, bei der Bevölkerung ein falsches Bild vom Schalenwild zu erzeugen.  
 
Rehwild ist eine Wildtierart, die sich sehr selektiv ernährt und nicht wie ein Rasenmäher durch den Wald zieht und junge Bäume frisst!
 
Die Behauptung, unsere Bevölkerung solle mehr Wildfleisch kaufen und essen, um den Wald zu retten, da die Gastronomie derzeit kein Wildfleisch abnimmt, ist ebenso absurd wie falsch.
 
Zum Ersten war bereits vor Erscheinen des Artikels bekannt, dass die hervorragende bayerische Gastronomie ab 25.05.2020 wieder öffnen kann und jederzeit wieder Speisen aus heimischem Wildfleisch bestellt werden können.
 
Zum Zweiten wird dem Bürger auf diese Art und Weise unterstellt, er habe Mitschuld an den Waldproblemen, wenn kein heimisches Wildfleisch erworben und verbraucht wird.
 
Die Lagerhallen sind derzeit sicherlich gut gefüllt. Dies beruht zum einen auf der Tatsache, dass im abgelaufenen Jahr sehr viel Wild erlegt wurde und zum anderen darauf, dass nicht in Europa erlegtes Wild billigst importiert wurde.
 
Im Übrigen ist es sehr bezeichnend, wenn gerade der Bund, der sich angeblich dem Naturschutz verschrieben hat, gemeinsame Sache mit einer Vereinigung einiger weniger Personen macht, um unserer Natur das heimische Schalenwild massiv zu entnehmen.
 
Dies alles wird ohne Rücksicht auf Gesetze oder gar Rechte anderer gemacht.
 
Nicht das Schalenwild ist verantwortlich für die Zerstörung unserer Wälder, sondern die jahrelange einseitige Bewirtschaftung unserer Wälder.
 
Ziel muss es sein. einen den örtlichen Gegebenheiten angepassten Waldbau zu betreiben, um die gemeinsame Natur zu erhalten.
 
Aber die Fehler der Vergangenheit und die momentan fehlende Bereitschaft der Forstwirtschaft, sich in ein gemeinsames Bejagungs- und Waldbau-Konzept unter Berücksichtigung aller Interessen einzubringen, sind weit größere Ursachen für die momentanen Probleme im Waldbau als das Vorhandensein von Tierarten, die es immer schon gab und deren massive Reduzierung durch Personen vorgenommen werden soll, denen das Tierwohl und die Qualität dass Wildfleisches am allerwenigsten am Herzen liegt.
 
Ein Tier einfach zu erschießen, ist weit einfacher als ein Tier im Sinne eines gesunden und artspezifischen Wildtierbestandes aus der Natur zu entnehmen.
 
Das vom ÖJV geforderte massenhafte sogenannte Keulen des Schalenwildes (Rehwild-Rotwild-Gamswild) ist sicherlich nicht durch den Artikel 20a unseres Grundgesetzes gedeckt.
 
Wildfleisch sollte den Bürgern als gesundes Genussmittel in seiner positivsten Art und Weise nähergebracht werden. Den Kunden sollte deshalb nur qualitativ hochwertiges Wildfleisch und nicht durch unsachgemäße Bejagung mit Stresshormonen durchsetzte Ware verkauft werden.
 
Schade, wenn sich ein Naturschutzbund nicht mehr auf seine Wurzeln besinnt.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Robert Pollner