Aktuelle Informationen des Kreisjagdverbandes Donauwörth 6/21 -1-

Wolf, Logo, Schwarzwildbejagung, Kitzrettung, Schilder vom BJV

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Jägerinnen und Jäger,

auch heute erhalten Sie wieder aktuelle Informationen von Ihrem Jagdverband:

 

1)    Der Wolf in unserer Region

 

Die Meldung ließ aufhorchen: „Faszinierende Begegnung – „Wolf mitten in Bissingen“.

Wir werden uns wohl damit abfinden müssen: Die deutsche Bevölkerung will anscheinend in der Mehrheit den Wolf in unserem Land. Die Meinung von uns Jägern, wahrscheinlich eine andere – bzw. auf jeden Fall eine differenziertere, ist hier wohl eher nachrangig. Und anscheinend lässt sich der deutsche Steuerzahler das Thema Wolf gerne was kosten. Dies alles kann man trefflich diskutieren. In einer Aussprache mit den Hegeringleitern waren wir uns in einem Punkt aber ganz schnell einig: in einer urbanen Umgebung und sei es selbst „nur“ in einer Größenordnung von Bissingen – hat ein Großraubtier (großer Beutegreifer) nichts, aber schon überhaupt gar nichts zu suchen. Auch – ob sich ein „normaler „Wolf“ überhaupt in solch eine Nähe des Menschen begeben würde – lässt vielen Spekulationen freien Raum. Schauen wir mal wie sich das alles entwickelt.

Doch wir müssen aufpassen – nicht alle Rehrisse (oder Funde von angefressenen Kadavern) von denen Bilder in den sozialen Medien kursieren – waren auch definitiv Wolfrisse. Selbst wenn das selbsternannte Wolfexperten so sehen würden. Der Wolf in Wolferstadt war bspw. ein Rottweiler. Hier möchten wir an die Jägerschaft appellieren: Bei einem unbestimmbaren Riss: Lassen Sie den Kadaver auf vorhandene Wolfs-DNA hin untersuchen – Der Kreisjagdverband übernimmt nach Absprache die Analysekosten.

https://www.donau-ries-aktuell.de/blaulicht/wildernder-rottweiler-kann-ermittelt-werden-wolferstadt-60244

 

2)    Der Jagdverband Donauwörth hat sich für ein neues Logo entschieden:

 

Im unserem Mitteilungsblatt zur Abstimmung aufgerufen und mit fast 100 % Mehrheit wurde gewählt:

Gut schauts aus. Wir werden ab sofort sämtliche Publikationen des Kreisjagdverbandes entsprechend (nach und nach) umstellen.

Vielen Dank für Ihre Beteiligung.

 

3)    Schwarzwild/Bachenabschuss/ASP

 

Im schon erwähnten (digitalen) Austausch mit unseren Hegeringleitern und deren Stellvertretern wurde auch die „Schwarzwildsituation“ im Landkreis diskutiert. Ein erstes Fazit: Schwarzwild kommt überall (mehr – manchmal weniger) vor und wird von unseren Jägern und Jägerinnen intensiv bejagt.

Sauer stößt auf: Dass immer wieder in vereinzelten Regionen führungslose Frischlinge vorkommen. Dies kann nur auf einen Abschuss der Mutterbache (umgangssprachlich: führende Bache) zurückzuführen sein. Und – anscheinend sind dies immer wieder dieselben Schlumpschützen.

Lassen Sie es uns so formulieren. In jedem Jagdkurs wird vermittelt (zumindest versucht), dass ein Abschuss einer führenden Bache absolut kontraproduktiv ist.

Mit dem Allgemeinplatz dass dies nicht waidgerecht ist“ möchten wir uns gar nicht aufhalten – sondern fahren wir doch gleich die richtigen Geschütze auf: Dies ist eine Straftat und ist zur Anzeige zu bringen!

 

Abgesehen von der Verordnung über die Jagdzeiten ist grundsätzlich der § 22 Absatz 4 des Bundesjagdgesetzes zu beachten. Es heißt dort im ersten Satz: In den Setz- und Brutzeiten dürfen bis zum Selbständig werden der Jungtiere die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere, auch die von Wild ohne Schonzeit, nicht bejagt werden. Ein Verstoß gegen den § 22 Abs. 4 Satz 1 BJagdG ist eine Straftat, die mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird. Der Gesetzgeber nimmt den Schutz der zur Aufzucht notwendigen Elterntiere also sehr ernst.

Der jagdgesetzliche Schutz der zur Aufzucht notwendigen Elterntiere ist als Mindestvorgabe zu verstehen. Eine darüber hinaus gehende Zurückhaltung bei der Jagd kann aus wildbiologischer Sicht angeraten sein. Beim Wildschwein dauert die Säugezeit 3 bis 4 Monate. Am Ende der Säugezeit verschwindet die Frischlingsstreifung allmählich. Ein Verstoß gegen das Jagdgesetz (Elterntierschutz, § 22 Abs. 4 Satz 1 BJagdG) ist auf alle Fälle gegeben, wenn eine Bache erlegt wird, die noch deutlich gestreifte Frischlinge hat. Dies ist auch auf alle Fälle zur Anzeige zu bringen.

Dieses Thema wird auch in der aktuellen „Jagd in Bayern (06/21) auf den Seiten 44+45 aufgegriffen.

 

Denken Sie bitte daran: Die Leitbache bestimmt alles: Die Rottenstruktur, das Sozialverhalten, das Äsungsverhalten, die Rauschzeit und und und. Wer die Leitbache schießt zerstört dieses kontrollierte System. Marodierendes, unkontrolliertes Bandentum mit ausufernden Wildschäden ist das Ergebnis. „Der mit dem dicken Geldbeutel schießt die dicke Sau“ sagt ein jahrzehntealter Jägerspruch. Nur: meist braucht der Reviernachbar den dicken Geldbeutel. Dies ist nicht hinnehmbar.

Dieses Thema ist auch nicht mit der ASP zu rechtfertigen. Selbstverständlich appellieren wir an Sie das Schwarzwild scharf zu bejagen – dies aber waidgerecht, sauber und legal.

Bitte führen Sie sich in diesem Zusammenhang mal wieder die jagdlichen Verhaltensregeln zur Schwarzwildjagd (im Bezug auf die ASP) zu Gemüte:

http://www.jagdverband-donauwoerth.de/ASP-Dateien/INFO_Unterlagen_ASP_Jagdausuebungsberechtigte.pdf

 

4)    Kitzrettung

 

Allen die sich auch dieses Jahr aktiv an der Kitzrettung beteiligt haben – ob Jägerin oder Jäger / aber auch alle anderen: Recht herzlichen Dank, Vergelt’s Gott, Waidmanns Dank.

Dies ist praktischer gelebter Tierschutz!

Interesse an „Wildrettung aus der Luft“?

https://www.jagderleben.de/news/kitzrettung-drohnen-so-bekommt-man-foerdergelder-bund-712562

 

5)    Schilder zur Besucherlenkung „Schütze uns und unseren Lebensraum“

 

Sie können beim BJV Schilder (70 x 90 cm) zur Besucherlenkung im Jagdrevier kostenlos bestellen. Die Maßnahme wird gefördert aus der Jagdabgabe, den gesetzlich vorgeschriebenen Eigenanteil übernimmt Ihr BJV für Sie. Jedem Revierinhaber steht dabei ein Schild pro angefangenen 500 ha Revierfläche zu. Es gibt derzeit 16 Motive zur Auswahl.

S. auch S. 66 in der Juni-Ausgabe der Jagd in Bayern. Bestellschluss ist der 18. Juni!

 

https://www.jagd-bayern.de/natur-und-artenschutz/lebensraeume/besucherlenkung-2/

 

           

Bestellformular:

https://www.jagd-bayern.de/wp-content/uploads/2021/06/Bestellformular-BJV.pdf

 

Weitere Informationen bei: Ramona Fehringer, Tel.-Nr.: 089 / 990234-34, Fax; 089/990234-35, E-Mail: ramona.fehringer@jagd-bayern.de

 

6)    Veranstaltungen, Termine

 

Durch den Rückgang der Inzidenzzahlen wird es wieder möglich sein, Veranstaltungen im vorgegebenen rechtlichen Rahmen durchzuführen. Wir arbeiten daran und werden Sie rechtzeitig informieren.

 

Waidmanns Heil

Ihr

Jagdverband Donauwörth