Die Corona Einschränkungen treffen Familien und Freizeitsuchende extrem.

 

 

 

 

Gerade jetzt, wenn die Tage wieder länger werden, sind die Einschränkungen für viele besonders hart. Sportler und Erholungssuchende lockt es als Alternative hinaus in Feld und Wald. Auch die Anzahl der Hundebesitzer hat enorm zugenommen. Nicht einmal mehr nachts ist Ruhe. Personengruppen mit Stirnlampen oder teilweise sogar mit Fackeln ziehen sich die Wege entlang. Begleitet von freilaufenden Hunden mit blinkenden Leuchthalsbändern. Für die heimischen Wildarten hat das dramatische Folgen. Aktuell bei Genderkingen: Ein Reh bricht durch die Eisdecke in das Altwasser ein und ertrinkt jämmerlich. Selbst die herbeigerufene Feuerwehr konnte nichts mehr tun. „Sie können davon ausgehen, dass kein Reh freiwillig auf eine Eisfläche geht“, so Robert Oberfrank, Vorsitzender der Jäger. Die einzige nachvollziehbare Erklärung: „es wurde entweder von einem Hund auf die Eisfläche getrieben oder von Menschen die dort nichts zu suchen hatten, in einer Dickung aufgeschreckt, und dem Reh blieb die zugefrorene Wasserfläche als einziger Fluchtweg.“

 

 

Um dem Tier- und Artenschutz zu genügen, empfehlen die Jägervorstände Albert Reiner und Robert Oberfrank, deshalb allen Naturfreunden auf den Wegen zu bleiben: „Damit stören sie die Wildtiere am wenigsten. Menschen und auch Hunde, die auf den Wegen bleiben, werden von Wildtieren oft nicht als Bedrohung wahrgenommen und man hat als Spaziergänger eine gute Möglichkeit unsere heimischen Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.“

 

Die Erholungssuchenden missachten teilweise Absperrungen und Hinweisschilder auf Wildruhezonen, missachten das Wegegebot und laufen rücksichtslos durch den Wald, was die Spuren im Schnee beweisen.  Jägervorstand Oberfrank führt aus: „Das Wild fühlt sich permanent gestört und beunruhigt. Die Tiere können wegen dieser anhaltenden Störungen auch nicht mehr genug Nahrung aufnehmen.“ Die Folge schildert Albert Reiner: „Sie schaden dem Wald. Als Stressreaktion verbeißen die Wildtiere junge Triebe. Außerdem fühlen sich die Tiere ständig auf der Flucht und verbrauchen ihre Energiereserven. Das kann schnell zur tödlichen Gefahr für sie werden, denn Ruhe ist für die Wildtiere wichtiger als zusätzliche Nahrung.“

 

 

Jäger appellieren: Denkt beim Spass auch an die Tiere!

 

Die Jägerschaft im Landkreis Donau-Ries appelliert deshalb an Spaziergänger und Freizeitsportler Rücksicht auch auf die Tiere im Wald zu nehmen, Betretungsverbote zu respektieren, sich nicht abseits der Wege zu bewegen und so die heimischen Wildtiere in den Wintermonaten zu schützen. Robert Oberfrank erklärt weiter:  „Gerade im Winter haben viele Wildiere ihren Stoffwechsel auf „Notzeit“ umgestellt. Sie fahren den Stoffwechsel runter, senken die Körpertemperatur ab und bewegen sich so wenig wie irgend möglich. So sparen sie Energie für das Überleben.“  Dieser Energiesparmodus funktioniert aber nur, wenn die Tiere ungestört bleiben können. Wird das Wild aufgeschreckt und beunruhigt, zehrt das am lebensnotwendigen Energievorrat.

 

 

So vermeiden Sie die Not der Tiere

 

Das gilt vor allem für die Jungtiere. Wir können es ihnen leichter machen, wenn wir Rücksicht nehmen und das persönliche Vergnügen vielleicht auch einmal hintenanstellen. Bleiben Sie auf den Wegen und führen Sie Ihren Hund an der Leine. Insbesondere im Wald, damit sie das Wild nicht aufscheuchen. Informieren Sie Ihre Freunde und Bekannten. So kann jeder einzelne von uns seinen Beitrag leisten und Wildtieren in ihrer Not helfen.“ So kann dem einen oder anderen Wildtier auch das tragische Schicksal des Ertrinkens erspart werden.

 

 

R.O.