Jagdgegner beschädigen Lebendfalle

 

Der Polizeibericht vom Montag in der Zeitung macht die Jägerinnen und Jäger im Landkreis hellhörig: Zwei Männer beschädigen eine Jagdeinrichtung und räumen auch gleich gegenüber der Polizei ein, dass sie der Meinung seien, dass solch eine Lebendfalle so nicht aufgestellt und betrieben werden dürfe.

Es werden die Fallen mutwillig eingeworfen und teilweise zerstört. Die jagdlichen Betreuer werden persönlich und am Telefon anonym beleidigt und beschuldigt, unter anderem aus purer Mordlust zu handeln usw.

„Ja geht’s denn noch?“ fragt Jägervorsitzender Robert Oberfrank. „Bloß weil ich Zusammenhänge nicht verstehe, anders interpretiere oder anderer Meinung als meine Nachbarin bin, reiße ich ja auch nicht deren Latten vom Zaun.“

 

die Pressemitteilung der Polizei

Jagdgegner beschädigen Lebendfalle
Monheim OT Flotzheim - Ein Zeuge stellte am 07.02.2021, um 09.45 Uhr, südlich von Flotzheim eine beschädigte Lebendfalle für Raubsäugetiere fest. In unmittelbarer Nähe befanden sich zwei Männer, die sich sofort von der jagdrechtlich zulässigen Falle entfernten, als sich der Zeuge näherte. Als dieser das Duo ansprach, gaben beide zu, die Falle beschädigt zu haben und gingen davon. Die beiden aus einer Nachbargemeinde stammenden Männer - 64 und 58 Jahre alt - wurden wenig später von einer inzwischen verständigten Polizeistreife der PI Donauwörth am Ortsrand von Flotzheim angetroffen. Auch gegenüber den Beamten räumten die Männer ein, die aus Betonelementen und Metallstreben bestehende Falle absichtlich beschädigt zu haben, da sie der Meinung waren, dass diese so nicht aufgestellt und betrieben werden dürfe. Gegen Beide wurde eine Strafanzeige wegen Verdachts auf vorsätzliche Sachbeschädigung sowie Verstößen gegen das Bayerische Jagdgesetz aufgenommen. Der geschätzte Schaden an der Lebendfalle, an der diverse Metallelemente stark verbogen wurden, beläuft sich auf mehrere hundert Euro.

 

Rückblick: Die Geschichte der Fallenjagd.

„Die Fallenjagd ist so alt wie die Jagd selbst“ erläutert Jägervorstand Albert Reiner. In prähistorischen Zeiten erlegten Menschen ihre Beute mit Schlingen oder in Gruben, später kamen Netze und mit dem technischen Fortschritt auch ausgeklügelte Mechanismen dazu. In Nordamerika entwickelte sich diese Art des Jagens als eigener Berufszweig zur Pelzgewinnung und brachte den bis heute gebräuchlichen Begriff „Trapper“ ins Spiel (vom englischen trap = Falle). „Viele Methoden und Geräte sind heute zu Recht verboten, doch die Intention, Wild mittels Köder in eine Fangvorrichtung zu locken, ist dieselbe geblieben.“ Führt Albert Reiner aus. Der Köder richtet sich oft nach der zu fangenden Wildart. Hundetrockenfutter ist die erste Wahl, aber auch Trockenobst, Rosinen und Schokolade sind magische Anziehungspunkte für das Raubwild. Auch vor „Monteschnitten“ wird oftmals kein Halt gemacht. Der Jäger verwendet aber auch „Anfallendes“ aus seinem Revier. Einen überfahrenen Hasen, oder Innereien (Gescheide) die bei der Jagd anfallen, auch Fischabfälle sind begehrte Köder. Falls dies dann von Spaziergängern oder allzu Neugierigen erspäht wird, - ist oft das Tra-Ra groß, für einen eigentlich ganz normalen „jagdlichen“ Vorgang. Zuhause ist es halt auch die Leberwurst in der Mausefalle. Wesentlicher Vorteil einer Falle: immer gleich aufmerksam, fängt zuverlässig und dies rund um die Uhr.

Wieso Fallenjagd?

„Viele Jäger in unserem Lankreis praktizieren die Fallenjagd um Raubwild „kurz“ zu halten.  Eine geringere Raubwilddichte ist die erwiesene Grundlage für entsprechende Niederwildbesätze und unserer heimischen Vogelwelt.“ Erklärt Jägervorsitzender Oberfrank.

Im Hinblick auf den Schutz des Niederwildes und der Vögel, somit insbesondere der Gelege und des Jungwildes hat der Gesetzgeber mit der Möglichkeit der Fallenjagd klare Vorgaben geschaffen. Er hat festgelegt, dass zum Schutz von Bodenbrütern und dem Niederwild (z. B. Kiebitz/Brachvogel und Hasen) Raubwild bejagt werden darf bzw. dass der Jäger im Rahmen seiner Hegeaufgaben diese sogar bejagen muss. Dies wird von den Naturschutzverbänden und der oberen Naturschutzbehörde Schwaben auch gefordert.

Raubwild (Prädatoren), wie Füchse, und Marder aber auch die in unserem Landkreis immer öfter vorkommenden Waschbären und Marderhunde sind die Hauptfressfeinde von Hasen, Rebhuhn-, Brachvogel- und Kiebitzküken, Wachtelkönig und sämtlichen Wiesenbrütern sowie deren Nestern. „Alle diese Tiere stehen alle auf dem Speisezettel von Mardern, Reineke Fuchs und Co.  

"Der Rotpelz ist der große Gewinner der modernen Kulturlandschaft, da er dort unheimlich viele Möglichkeiten hat, sich zu verstecken und Nahrung zu finden", sagt Oberfank: "Für ihn als sogenannten Kulturfolge ist das alles wie ein Schlaraffenland." Entsprechend kräftig sei die Population des Räubers angewachsen und entsprechend bedroht seien die Wiesenbrüter wie Kiebitz und Brachvogel. Auch ein Hinweis für die Verbreitung von Füchsen ist das immer häufigere Vorkommen von Staupe und Räude.

Um den Bruterfolg der mittlerweile selten gewordenen Vögel zu sichern haben sich Jäger, Behörden und sogar Umweltverbände darauf geeinigt die Jagd mit sogenannten Röhrenfallen im Landkreis Donau-Ries zu intensivieren.

Erfolgsmeldungen einzelner Reviere belegen dies. Auf einmal steigt der Hasenbesatz, man sieht wieder Rebhuhnketten und es brüten Kiebitz und Brachvogel.

Fuchs und Dachs, Marder und Krähen müssen also in unserer Kulturlandschaft bejagt werden, wenn man die Artenvielfalt erhalten will. Dazu stellt das Gesetz, in entsprechend engen, genau definierten Grenzen, Werkzeuge zur Verfügung. Die Jagd mit Flinte oder Büchse aber auch Lebend- und Totschlagfallen gehören nicht nur dazu, sondern sind unverzichtbar.

 

Die Vorteile der Fallenjagd: Immer draußen, immer aktiv

Die Falle fängt ohne Jäger. Einmal „fängisch“ gestellt, ist sie durchgehend aktiv, unabhängig von Wind, Mond und begrenzter Freizeit oder Schlafbedarf.

Voraussetzungen für die Fallenjagd: Sachkunde des Jägers

Die Fallenjagd unterliegt strenger Auflagen. So muss der praktizierende Jäger eine besondere Ausbildung nachweisen. Fallen müssen regelmäßig (täglich) kontrolliert werden. Dies muss im Tagesablauf eingeplant werden und reduziert die Fallenjagdmöglichkeit bei manchen berufstätigen Revierinhaber. Mit der Zahl der Fallen steigen die Chancen auf Fangerfolg, denn so kann eine große Fläche im Revier abgedeckt werden. Fallenkontrolle ist ein Pflichttermin! Eine Einstellung wie "Komm ich heut nicht, komm ich morgen" ist im Sinne einer waidgerechten Jagd nicht nur rechtlich, sondern auch aus ethischen Gründen nicht zu dulden.

Dies alles aber nur - falls kein selbsternannter Tier- oder Artenschützer, unterstützt und sogar animiert von zweifelhaften Tierschutzorganisationen dazwischen kommt. Vergrämungen, Verstänkerung, Manipulation bis hin zur Zerstörung der Fallen ist oft die Tagesordnung, weiß Oberfrank aus eigener Erfahrung.

Hier der klare Hinweis. Es handelt es sich hier nicht um Jugendstreiche. Dies alles sind Eigentumsdelikte bzw. Straftaten z.B. i. S. des Jagdgesetzes. Auch hier der eindringliche Appell an die Jäger – dies entsprechend zur Anzeige zu bringen.  

Wir Menschen sind schon eigenartig: Wir unterstützen Bio-Fleisch im Supermarkt – stellen uns aber gegen die Jagd. Wir sind gegen das Töten von Tieren – tragen aber Lederschuhe bzw. –kleidung. Fallenjagd ist böse – praktizieren diese aber in unserem häuslichen Umfeld mit Mausefallen, Wespenfallen usw.. Wir echauffieren uns gegen Plastikmüll u.so. in der Hochsee, tragen aber selbstverständlich Funktionskleidung, bzw. kaufen in Unmengen kunststoffverpackte Lebensmittel. Und der Marder ist ein pussierliches Tierchen, sitzt er aber im Motorraum des eigenen Autos oder hat sein Nest Zuhause im Dach – erfolgt der Anruf beim Jäger „was kann man denn da machen?“

 

… und falls man dann doch mal was fängt

Die Entnahme aus der Falle und das Erlegen müssen sorgsam, zügig und konzentriert ablaufen. Auch für die Fallenjagd gilt der Grundsatz des Tierschutzgesetzes, einem Tier keine unnötigen Leiden oder Schmerzen zuzufügen. Dazu gehört vorrangig und unabdingbar die Vermeidung von unnötigem Stress. Die Wichtigkeit der effizienten Fallenjagd ist unbestritten. Das zeigt schon der Einsatz in Naturschutzgebieten, um seltene Tierarten dort vor übermäßiger Prädation zu schützen. Auch wenn das Thema von so manchem Tier- oder Naturschützer gerne ausgeklammert wird - diese Form der Jagdausübung ermöglicht vielfach erst die Erfolgsmeldungen, die sich diese Verbände gerne auf die Fahne schreiben. Bodenbrüter, Kleinsäuger, aber auch Singvögel, Reptilien und Amphibien profitieren von einer geringen Anzahl der meist nachtaktiven Räuber.

Doch mit etwas Aufwand und Einsatzfreude, lässt sich ein wertvoller Beitrag zum Artenschutz leisten.

Schade ist, dass es in der heutigen Zeit fast unmöglich ist den z.B.  früher einmal wertvollen „Winterbalg“ eines Fuchses noch sinnhaft zu verwerten. Dies wäre eigentlich nachhaltig und hätte eine optimale Ökobilanz. Nur findet dies aktuell einfach keine breitere Akzeptanz in unserer Bevölkerung.

 

R.O.